Gnu- Jäger

Mit gesenktem Kopf, angelegten Ohren und steifbeinigem Gang pirschen sich die Wildhunde an ein bewegungslos verharrende Gnu- Herde heran. Plötzlich wirft sich ein weibliches Gnu herum und rast davon. Die übrige Herde wird von der Herde mitgerissen. Die Wildhunde wählen ein Tier aus, trennen es von der flüchtenden Herde und konzentrieren ihren Angriff auf die isoliert laufende Antilope. Bald haben sie die Beute eingeholt und beißen ihr in die Hinterschenkel.

Das Gnu läuft noch mehrere hundert Meter vor seinen Verfolgern her. Dann bleibt es stehen, dreht sich um und versucht sich zu verteidigen. Da packt einer der Hunde die Antilope an den Nüstern. Dieser schmerzhafter Zugriff scheint das Beutetier zu lähmen. Wehrlos bleibt es stehen. Schon sind mehrere Hunde des Jagdtrupps heran, packen es an Schwanz und Hinterschenkel und reißen ihm die Flanken auf. Diese Jagdmethode verlangt ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen den Wildhunden. Kein einzelner Hund könnte allein ein Gnu oder ein Zebra erlegen. Die Wildhunde sind auf das Leben in der Meute und auf die gemeinsame Jagd angewiesen.

Das erlegte Gnu wird von den Jägern sehr schnell verzehrt. Die Hunde schlingen große Fleischbrocken unzerkaut hinunter. Bald werden alle Mitglieder des erfolgreichen Jagdrudels in ihr Wohnrevier zurückkehren, wo in einem Erdbau ein Hündin mit ihren Welpen wartet. Sowohl das Muttertier als auch die Welpen werden von den Jägern gefüttert, die vorher verschlungenen Fleischbrocken wieder auswürgen. Auf diese Weise können die Wildhunde Fleisch über große Strecken transportieren, ohne dass die Gefahr besteht, es an Löwen oder Hyänen zu verlieren.

Mit Stößen gegen den Mundwinkel fordert der junge Hyänenhund einen erwachsenen Hund auf, Fleischbrocken auszuwürgen.

Aus dieser Bettelbewegung wird bei ausgewachsenen Tieren eine Begrüßung. Sie kommt nicht nur bei Hyänenhunden vor, sondern auch bei anderen Hundartigen, wie bei diesen Schakalen.