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Erbarmungslose Pelzjagd
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"Und nun darf ich Ihnen noch das Spitzenmodell unseres Hauses zeigen, meine Herrschaften, einen zauberhaften Mantel aus Schildkröten- Leopard. Wir bieten diese Kostbarkeit nur besonders geschätzten Kunden an." Der Verkäufer macht eine kleine Verbeugung in Richtung der eleganten Dame, die geschmeichelt lächelt und in den teuren Mantel aus Nebelparderfell schlüpft. Während die Dame sich vor dem Spiegel dreht und noch das passende Hütchen aufprobiert, "bearbeitet" der Verkäufer ihren Begleiter: "Dieser Mantel steht Ihrer Gattin wundervoll, mein Herr. Er ist wie für sie geschaffen und an Eleganz nicht zu übertreffen. Gewiß sein Preis ist beachtlich, doch Sie müssen bedenken, daß es nicht leicht istz, an Nebalparderfelle zu kommen. Diese Katzen werden immer seltener. Seit einiger Zeit besteht ein Einfuhrverbot für ihre Felle. Wir können schlecht welche kaufen und müssen auf unsere Vorräte zurückgreifen. Dieser Mantel stammt bereits aus unseren Pelzbeständen und wir wissen nicht, ob wir noch mal ein solch herrliches Stück anfertigen können. Sie sollten darum die Gelegenheit ergreifen, denn wahrscheinlich ist es für lange Zeit die letzte Möglichkeit, einen Mantel aus Nebelparderfell erwerben zu können. Alle ihre Bekannten werden Sie um dieses kostbare Stück beneiden!" Die Aussicht auf Bewunderung gibt den Ausschlag. An der Kasse des eleganten Modesalons wechselt ein Scheck über viele tausend Euro seinen Besitzer. Diensteifrig verstaut der Verkäufer das Paket mit dem Pelzmantel im Straßenkreuzer der Herrschaften. Schon heute abend wird die Dame ihr neues Prunkstück in gepflegter Gesellschaft tragen. Mit einem dumpfen Laut schnellen die beiden starken Bambusstangen hoch. Zischend schließt sich die Schlinge. Sie schnürt Hals und rechte Vorderpranke des Nebelparders zusammen und reißt ihn in die Luft. Hilflos baumelt die Katze zwischen den federnden Bambusstangen. So sehr sie auch strampelt und mit der freien Pranke um sich schlägt, die Falle gibt sich nicht mehr frei. Bei jeder Bewegung zieht sich die Schlinge enger zu. Tief schneidet das dünne Seil ins Fleisch. Das Fauchen des Nebelparders wird heißer. Er bekommt zu wenig Luft. Die tückische Falle erwürgt ihn langsam, qualvoll. |
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Nebelparder leben in Südostasien. Sie sind gewandte Kletterer und jagen kleine Säugetiere und Vögel. Obwohl sie unter Schutz stehen, ist ihr Bestand durch die Pelzjagd und durch die Zerstörung der großen Wälder Südasiens bedroht. |
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Am nächsten Morgen kontrolliert der siamesische Pelzjäger seine Fallen. Er ist sehr zufrieden, als er den toten Nebelparder findet. Es ist das zehnte Fell, das er erbeutet hat. Jetzt lohnt sich ein Besuch beim Händler in der Stadt. Der gibt ihm für die Felle Waren, die in allen Dschungeldörfern sehr begehrt sind. Ein geschickter Fallensteller kann gut verdienen, solange es noch Nebelparder in den Wäldern Hinterindiens gibt. Der Eingeborene weiß, daß die Weißen noch immer gierig sind auf die Felle von Nebelparder, Leoparden und Tiger und er gibt sich große Mühe, die immer seltener werdenden Katzen aufzuspüren und zu erbeuten. Der braune Mann weiß jedoch nicht, daß er nicht nur der Bevölkerung seines Landes, sondern der ganzen Menschheit schadet, wenn er zur Ausrottung schöner und seltener Tierarten beiträgt. Er durchschaut auch nicht, daß er selbst betrogen wird, denn das große Geschäft machen nicht die Jäger in den Wäldern und Steppen Asiens, Afrika und Amerikas, sondern die Pelzhändler, die ihnen die Felle billig abkaufen und teuer weiterverkaufen. Solange reiche Leute in den Industrieländern bereit sind, viel Geld für Pelzwaren aus den Fellen erschossener, erdrosselter, vergifteter oder in Schlagfallen totgequälter Tiere zu zahlen, wird die grausam und unvernünftige Pelzjagd weitergehen! Also tragen nicht die Jäger in den Wäldern, sondern die Händler und die Käufer der Pelze in den reichen Städten die Hauptschuld daran, daß viele Pelztierarten vor der Ausrottung stehen. Gefleckte Katzen - Leopard, Gepard, Nebelparder, Schneeleopard, Tiger, Jaguar, Ozelot und kleinere Wildkatzen sind besonders bedroht. |
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Der Irbis oder Schneeleopard gehört
zu den seltensten Katzen der Erde. Diese Art ist an ein Leben in den
Hochgebirgen Innerasiens angepaßt. Sein dichtes Fell schützt
ihn vor der Kälte des Bergwinters. Im Winter jagen Schneeleoparden
in nur zwei- bis dreitausend Meter hoch liegenden Bergtälern, im
Sommer dagegen in bis zu sechstausend Meter Höhe.
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Noch vor sechzig Jahren gab es etwa vierzigtausend Tiger in Indien. Heute schätzen Fachleute des gesamten Tigerbestand der Erde auf zweitausend bis dreitausend Tiere. Sie stehen in ihren Heimatländern unter Schutz; Staaten, die das Washingtoner Artenschutzgesetz unterzeichnet haben, dürfen diese Felle nicht einführen. Trotzdem werden noch immer Tiger gejagt. Die Wildhüter in den afrikanischen Nationalparks kämpfen verzweifelt gegen gut ausgerüstete Wildererbanden, die es besonders auf Leoparden und Geparde abgesehen haben. Auch diese Katzen sind in ihrer Heimatländern - ebenso wie Nebelparder, Schneeleopard und Jaguar - geschützt und der Handel mit ihren Fellen ist nach dem Artenschutzgesetz verboten. Ganz offensichtlich gibt es aber immer noch Abnehmer für die Pelze, die kostbarer werden, je schwieriger sie zu beschaffen sind. Mit den steigenden Preisen wächst die Bereitschaft der Wilderer, gegen Schutzgesetze zu verstoßen und lange Gefängnisstrafen in Kauf zu nehmen. Der größere Einsatz führt auch dazu, daß die Auseinandersetzungen zwischen Wildererbanden und Wildhütern immer gewaltsamer werden. Es kommt oft zu regelrechten Feuergefechten, bei denen sogar Menschen erschossen werden. Käufer von Fellen geschützter Katzen sind also nicht nur für die drohende Ausrottung dieser Arten verantwortlich, sondern auch für den Tod von Menschen! |